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Osmosevorsorge für GfK-Yachten

Osmose schädigt GfK-Rümpfe, wenn Feuchtigkeit in das Laminat eindringt. Eine rechtzeitige Vorsorge schützt das Unterwasserschiff zuverlässig, bevor sich verdächtige Blasen entwickeln und eine gefährliche Delamination einsetzt. Je früher die Prävention erfolgt, desto effektiver ist der Schutz.

Der ideale Zeitpunkt für Osmosevorsorge

Im Idealfall erfolgt die Osmosevorsorge schon vor dem ersten Zuwasserlassen eines neuen Bootes. Ein Dickschicht-Epoxid und die folgende bewährte Antifouling-Beschichtung bieten den optimalen Schutz vor dem Eindringen von Feuchtigkeit und reduziert den Bewuchs. 

Auch bei Gebrauchtbooten ist eine Osmoseprävention absolut ratsam. Insbesondere in den folgenden Fällen, sollten Sie über eine Auffrischung des Osmoseschutzes nachdenken:

  • Sie sind unsicher über den vorhandenen Schutz,
  • in der Beschichtung sind Blasen oder Ablösungen sichtbar, oder
  • Sie haben erhöhte Feuchtigkeitswerte festgestellt.

Eine Vorabprüfung durch einen Fachbetrieb gibt Sicherheit, ob das Schiff bereits von Osmose betroffen ist.

Verfahren der Osmoseprävention

Je nach Zustand des Unterwasserschiffs und des gewünschten Qualitätsstandards arbeiten wir mit drei unterschiedlichen Verfahren:

Rotoblast-Verfahren

Das Rotoblast-Verfahren ist die ideale Osmosevorsorge für Boote mit intaktem Gelcoat und normalen Feuchtigkeitswerten. 

Ablauf:

  1. Das Strahlmittel wird in einem schnell rotierenden Strahl aufgetragen, sodass die Beschichtung schonend bis zum Gelcoat entfernt wird.
  2. Der Untergrund wird bei mindestens 40 °C getrocknet.
  3. Hochdruck-Spritzverfahren: Schichtweise Aufbau eines Epoxid-Schutzsystems.
  4. Abschluss mit Antifouling-Beschichtung.

Das Ergebnis: hoher Schutz vor Feuchtigkeit und Bewuchs bei intakten Oberflächen.

Shotblast-Verfahren

Wenn Rümpfe bereits hohe Feuchtigkeitswerte aufweisen, Haarrisse oder Gelcoat-Probleme bestehen, kommt das Shotblast-Verfahren zum Einsatz.

Ablauf:

  1. Strahlmittel mit relativ großer Masse schlägt auf das Gelcoat auf. Dadurch sprengt es mit Feuchtigkeit gefüllte Hohlräume auf. Bereiche mit intaktem Gelcoat werden nur aufgeraut.
  2. Bei der Trocknung mit einer Temperatur von mindestens 40°C wird den Hohlräumen die Feuchtigkeit entzogen und die gesamte GFK-Struktur durchgetrocknet.
  3. Hohlräume werden mit Epoxid verfüllt, sodass ein glatter Untergrund entsteht.
  4. Aufbau des Epoxid-Schutzsystems mit einer Schichtstärke von ca. 500 Mikrometern im Airless-Spritzverfahren. Dies entspricht dem 12-fachen Farbauftrag per Hand.
  5. Abschluss mit Primer und Antifouling-Beschichtung für optimalen Schutz vor Feuchtigkeit und Bewuchs.

Das Ergebnis: optimaler Schutz selbst bei beschädigtem Gelcoat.

Shotblast-Plus-Verfahren

Bei stark geschädigtem Gelcoat, stark ausgedünntem Laminat, Hohlräumen und Ablösungen empfehlen wir das Shotblast-Plus-Verfahren zur Osmose-Vorsorge. 

Ablauf:

  1. Grobes Sandstrahlkorn entfernt defektes Gelcoat und legt Hohlräume zwischen Gelcoat und Laminat, die potenziellen Osmose-Nester, frei.
  2. Durch das Aufheizen auf mindestens 40 °C wird das gesunde Laminat getrocknet und bildet so den perfekten Untergrund für die nachfolgende Beschichtung.
  3. Aufbau einer neuen Gelcoat-Spritzbeschichtung mit einer Schichtstärke von ca. 1.200 Mikrometern.
  4. Epoxid-Spritzbeschichtung mit einer Schichtstärke von ca. 400 Mikrometern.
  5. Aufbringen von Vinylsealer für optimale Antifouling-Anhaftung.
  6. Optional: Antifouling-Schichtstärken-Indikator.
  7. Abschluss: Antifouling-Nutzschicht nach Wahl.

Das Ergebnis: höchster Standard der Osmosevorsorge, langlebiger Schutz für viele Saisons.

Fazit und Empfehlungen

Eine Osmosevorsorge eignet sich für GFK-Boote aller Altersklassen. Je eher der Schutz erfolgt, desto geringer ist das Risiko von Blasenbildung oder Laminatschäden. Egal welches der oben genannten Systeme zum Einsatz kommt: Sie bieten einen hochwertigen, langanhaltenden Schutz vor Feuchtigkeit und Osmose. In Kombination mit Antifouling bieten sie zusätzlich Schutz vor Bewuchs. 

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