Hilfe & Informationen
Osmose
Eine Osmosesanierung dauert in etwa 20 Werktage.
Vinylester-Gelcoat weist nur eine geringe Menge – etwa 8 Prozent - zugesetzter Füllstoffe auf. Beim Epoxidspachtel sind es dagegen ca. 40 %. Bei Schleifarbeiten werden diese Füllstoffe freigelegt. Sie liegen dann an der Oberfläche und können Feuchtigkeit anziehen.
Epoxid-Werkstoffe kommen daher bei uns im Unterwasserschiffbereich in Form von Epoxidspachtel erst für kleinere Finish-Nacharbeiten auf dem Gelcoat zum Einsatz sowie für die abschließende Unterwasserschiff-Dickschicht-Beschichtung.
Nein. Niedrige und schwankende Temperaturen in Winterlager machen eine fachgerechte Bearbeitung unmöglich. Nur bei einer Trocknung des Laminats bei ca. 40°C und einer konstanten Arbeitstemperatur von circa 20°C wird die Sanierung des Unterwasserschiffes ein voller Erfolg.
Hinzu kommt: Eine fachgerecht durchgeführte Osmosesanierung oder -Vorsorge wirkt verkaufsfördernd. Denn wir gewähren auf eine Osmosesanierung bis zu sieben Jahre Garantie und Sie können zu Recht sagen: Das Unterwasserschiff ist besser als neu.
Osmose entsteht durch eine permanente Wasserbelastung. Da das Überwasserschiff abgesehen von Wellenschlag oder Regen nur relativ selten dem Wasser ausgesetzt ist, kann man Osmose in diesen Bereichen quasi ausschließen.
Ausnahmen bilden eine dauerhaft gefüllte Bilge oder GFK-Wassertanks, die dauerhaft Wasser ausgesetzt sind. Im Winterlager kann eine Plane, die direkt auf dem Gelcoat aufliegt, zu einer Wasserbelastung durch Wasserdampf führen.
Eine erste Idee, ob Osmose vorliegt, können Eigner durch UV-Test, Schleif- und Wisch-Test bekommen. Wie diese funktionieren, lesen Sie in unserem Ratgeber. Wir empfehlen jedoch dringend, einen Fachbetrieb zurate zu ziehen. Bei einer falschen Diagnose und anschließend nur oberflächlich durchgeführten Sanierung, besteht die Gefahr, dass säurehaltige, aggressive Substanzen nicht entfernt werden. Dadurch ist weitere Blasenbildung vorprogrammiert.
Die Osmosevorsorge dauert meist rund 15 Werktage. Bei der Osmose-Sanierung kalkulieren wir mit rund 20 Werktagen. Bei beiden Verfahren nimmt die Trocknung die meiste Zeit in Anspruch.
Entscheidend für den Erfolg einer Osmosesanierung ist, dass die säurehaltigen Einfressungen in das Laminat tatsächlich komplett freigelegt werden. Der Sandstrahl ermöglicht einen individuellen Abtrag, der nur das weiche, zersetzte Material entfernt und das relativ strahlresistente und somit gesunde Material stehenlässt.
Beim Fräsen hingegen wird eine willkürliche Schichtstärke abgetragen – ohne Berücksichtigung der tieferen Einfressungen. Dadurch bleiben tiefer im Laminat befindliche Säurenester unentdeckt.
Die Osmosesanierung ist ein substanzieller Eingriff, während bei der Vorsorge nur die Beschichtung erneuert wird.
Bei der Osmosesanierung tragen wir das gesamte Gelcoat ab und entfernen alle Osmose-Herde.
Nach dem Feuchtigkeitsentzug wird eine neue Schutzschicht aufgebaut. Details zum Ablauf einer Osmosesanierung gibt es in unserem Ratgeber.
Die Osmosevorsorge passiert dann, wenn noch keine Osmose vorhanden ist, allerdings schon Feuchtigkeit im Rumpf ist und das Boot dauerhaft vor Osmose geschützt werden soll. Dafür wird die Beschichtung im Strahlverfahren abgetragen. Bei Bedarf werden baubedingte Hohlräume zwischen Gelcoat und Laminat geöffnet, um vorhandene Feuchtigkeit zu reduzieren. Nach dem Trocknen des Rumpfes wird eine neue dickschichtige Epoxid-Wasserdampfsperre aufgebaut.
Eine detaillierte Beschreibung der Osmosevorsorge gibt es in unserem Ratgeber.
Das Harz, das die Glasfasern verbindet, löst sich vollständig auf. Übrig bleiben Glasfasern ohne Zusammenhalt. Langfristig führt Osmose also zu einer Zerstörung der Bootsstruktur und damit zu einem Totalschaden.
Die osmoseschützende Epoxid-Beschichtung sollte den Bereich bis ca. 6cm über der Schwimmlinie des Schiffes abdecken. Ist dies nicht der Fall kann die dauernde Wasserbelastung dazu führen, dass der lackierte Wasserpass Blasen schlägt oder es zu Osmose beim GfK an der Wasserwechselzone kommt.
Ein wichtiger Hinweis auf Osmose ist die Blasenbildung am Rumpf. Diese sind besonders nach dem Aufslippen oder Kranen gut sichtbar und trocknen im Laufe des Winterlagers aus. Verschiedene Diagnose-Methoden helfen bei der Bestimmung von Osmose und können auch von Eignern selbst durchgeführt werden. Diese sind u.a. der Schleif-Test oder die Wischprobe. Wie diese funktikonieren lesen Sie in unserem Ratgeber.
Alternativ: Rufen Sie uns an. Wir machen Ihnen ein Angebot, das sich am Zustand Ihres Schiffes orientiert oder empfehlen Ihnen einen versierten Sachverständigen, der Ihr Unterwasserschiff untersucht und Ihnen eine entsprechende "Therapie" empfiehlt.
Es gibt zwei Arten von Blasen, die unterschieden werden müssen. Lösen sich einzelne Farbschichten oder Teile der Beschichtung ab, bilden sich dadurch Blasen. Bei der Osmose entstehen die Blasen durch einen Zersetzungsprozess des GFK-Laminats mit Säurebildung. Beim Fortschreiten der Zersetzung entsteht ein steigender Druck, der das Gelcoat nach außen wölbt und von außen als Blasenbildung deutlich wird.
Entscheidend ist daher, ob sich das Gelcoat nach außen wölbt (Osmose) oder sich nur die Beschichtung löst. Mehr über Osmose erfahren Sie in unserem Ratgeber.